8. Böblinger Songtage

Cäthe, Stanovsky, Florijan van der Holz

Samstag, 06.08.2022 | Alte TÜV Halle, Böblingen

Beginn: 18:00 Uhr

Preis: 25 Euro

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Cäthes neue Lieder verhandeln die großen Themen Liebe, Leben, Altern, Frausein, Alltag, Ängste auf eine Weise, die einem im deutschen Pop selten begegnet. Frei von Pathos und trotzdem beseelt von großen Gefühlen. Witzig, ohne auf Ha-ha-Reime oder gefeilte Pointen zu setzen. Kämpferisch und in sich ruhend zugleich – womit wir wieder beim Titel „Chill Out Punk“ wären. Das beste Beispiel dafür ist vielleicht die erste Single „Warum darum“. Ein genaues Sezieren einer Beziehung, die nach dem brennenden Intro nun im Alltag bestehen muss. In dem man die Fehler, die Zweifel und die verqueren, von Sexismus durchsetzten Erwartungen der Gesellschaft erdulden muss. Ihren musikalischen Partner in Crime für dieses neue Kapitel in ihrer Karriere fand Cäthe bei Andi Fins. Mit ihm produzierte sie „Chill Out Punk“ und spielte den Großteil des Albums ein. Die Arbeitssituation war allein schon pandemiebedingt sehr intim. „Andi hat sein ganzes Equipment im Wohnzimmer aufgebaut und lebte praktisch da.“ Man habe sich dann in sehr intensiven Etappen getroffen und vieles gemeinsam erarbeitet. Cäthe ist wieder da.
So kann Cäthe nun auf ihre Weise gechillt auf eine Karriere schauen, die noch immer viele Menschen berührt und beeindruckt, seit sie 2011 mit dem großen Wurf „Ich muss gar nichts“ auf die Bühne sprang. „Dieses Album ist ein Geschenk an mein jüngeres Ich“, sagt sie selbst. Sie schenkt sich und ihre Fans damit Songs wie „Orgasmus“, der Sexualität auf eine Weise behandelt, die dem Thema ausgesprochen guttut. Oder „Voodoo“, der mit dieser Metapher das wundervolle und manchmal schmerzliche Spannungsfeld zwischen zwei Menschen erkundet. Oder das gegen die Depression anmusizierende Lied „Der Himmel hängt so tief“. Oder das respektvolle, traurig-schöne Caterina Valente-Cover „Wärst du eine Königin“, das ein starker Schlusspunkt des Albums ist. Nach diesen zehn originalen und dem einen geborgten Lied weiß man jedenfalls: Cäthe ist wieder da. Mit „Chill Out Punk“-Spirit auf Albumlänge kehrt sie im Sommer 2022 auf die Festivalbühnen zurück. (Text: Daniel Koch)

Stanovsky
STANOVSKY verbindet Klavierakkorde mit elektronischen Sounds zu einem avantgardistischen Popentwurf von griffiger Strahlkraft, kontrastiert diesen mit einzigartigen deutschen Texten und existiert überhaupt nur, weil Peter Stanovsky nicht mehr nur für andere schreiben, sondern endlich wieder Musik machen wollte, die er auch wirklich verkörpern kann.
Peter Stanovsky stand schon einmal am Anfang einer Karriere. Mit seinem Projekt Kaind hatte er alles, was man braucht, um ganz nach oben zu kommen: Starke Songs, einen fetten Major Deal im Rücken, aufwendig ausproduzierte Videos und Fotos. Aber es sollte nicht sein: „Ich habe damals den Fokus auf die falschen Dinge gelegt. Habe eine Kunstfigur kreiert, die ich gar nicht sein wollte.“
Nachdem ihm klar wird, dass sein Projekt Kaind so keine Zukunft mehr für ihn hat, taucht er ab, schreibt nur noch Songs für andere Künstlerinnen: LEA, PrinzPi, Namika, Adesse, CELINÈ oder Glasperlenspiel. Erfolgreiche Songs. „Ich finde es sehr schön, mit anderen Künstlern in einem Raum zu sein und mit ihnen zu schreiben. Dann bin ich auch sowas wie ein Teilzeitpsychologe. Manchmal hat man Glück und man ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort – dann schreibt man zusammen ein Lied, das allen etwas bedeutet.“ Peter Stanovsky hat seine 200, 300 Lieder geschrieben, in ganz verschiedenes Genres und Stimmungen. „Ich war immer eher das Chamäleon, was Songs angeht. Ich konnte mich anpassen. Verschiedene Richtungen bedienen. Viel hat mit Übung zu tun. Seine eigene Sprache zu entwickeln.“ Wie klingen also die Songs von einem, der kein Chamäleon mehr sein will, der selbst zurück will auf die Bühne?
Seine ersten Songs verbinden musikalische Fragilität und eine textliche Raffinesse, die man auf Deutsch nicht oft zu hören bekommt. Referenzen sind schwierig zu benennen, der Umgang mit Sprache eigenartig einzigartig, die Bilder in den Songs momenthaft und illustrativ. „Klar habe ich TexterInnen, die ich gut finde: Grönemeyer natürlich, Max Herre, Lina Maly, Judith Holofernes, Peter Fox, Trettmann, aber ich feier auch eine Band wie Isolation Berlin. Ich schreibe Texte auf Deutsch, ich mag, dass die Sprache dann kein Thema ist, dass es keinen limitierenden Faktor gibt, alles ist direkt und unmittelbar.“
Songs, die bleiben. Die zeitlos klingen. Entstanden sind die Stücke gemeinsam mit Hubertus Dahlem, Bojan Kalajdzic und Florian Hofer im Verlauf des letzten Jahres in Berlin, aufgenommen und produziert vom Produzenten Tim Tautorat in den Berliner Hansastudios. „Am Anfang steht meist die Musik – eine musikalische Stimmung, Akkorde, ein cooler Synthiesound, ein Rhythmus, – irgendwann ist da ein einzelnes Wort, das eine Geschichte erzählt. Man kann sich selbst inspirieren wenn man wahllos auf einem Klavier rumdrückt ohne auf die Uhr zu schauen. Es kann auch total spannend sein mit Leuten zusammenzuarbeiten die aus einem anderen Background kommen.“

Floorijan van der Holz
Florijan van der Holz ist ein musikalischer Beobachter, der persönliche Momente sammelt und sie mit einer Prise Fantasie in Songs verwandelt. Mit fast schlafwandlerischer Sicherheit schreibt er so Musik, die mit zeitloser Leichtigkeit über unserem Alltag schwebt. Mal nostalgisch zurückgelehnt, mal mit nach vorne treibendem Optimismus. Es sind diese Widersprüchlichkeiten, die seine Musik und unser Leben gemein haben. Bleibt dem Zuhörer nur noch übrig, wissend zu nicken und die Spannung dieser Welt zu genießen – den perfekten Soundtrack dazu liefert Florijan van der Holz.