DER STURM von William Shakespeare
Freitag, 17.07.2026 | Zimmertheater, Tübingen
Beginn: 19:30 Uhr
Preis: 20 Euro
Selbstverständlich können Sie ihre Konzertkarten auch telefonisch unter 0711 – 550 660 77 an unserem Kartentelefon kaufen. Unsere Mitarbeiter unterstützen Sie gerne bei der Auswahl einer passenden Ticketkategorie oder eines Sitzplatzes.
Der Wissenschaftler Prospero, der sich als Herzog von Mailand statt zu regieren, eher dem Studium und den Künsten hingegeben hat, wurde von seinem Bruder entmachtet, mit seiner kleinen Tochter Miranda auf See ausgesetzt und auf eine Insel gespült. Wie viele von Shakespeares magischen Landschaften ist das Eiland den Neuankömmlingen Experimentierfeld und Spielwiese. Ein Ort, an dem der Mensch fernab der Zivilisation ganz von vorne beginnen kann: Macht und Ohnmacht des menschlichen Verstandes im Kräftemessen mit der Natur, deren Teil er doch ist. Und das alles vor dem dunklen Hintergrund der Kolonialisierung.
Im Sturm sind alle großen Themen Shakespeares noch einmal versammelt. Mit Hilfe des Luftgeistes Ariel gelingt es Prospero einen Sturm zu beschwören, der alle seine Feinde – seinen verräterischen Bruder samt Verbündeten – als Schiffbrüchige in seine Gewalt bringt und der Mordintrige des poetischen Monsters Caliban zu entgehen. Miranda, die noch nicht viel von der Welt jenseits der Insel gesehen hat, verliebt sich in einen der Gestrandeten: Ferdinand, Prinz von Neapel. Wenn Prospero, der auch als Regisseur seiner eigenen Vergangenheit und Zukunft fungiert, auf seine Rache verzichtete, wäre die Inselromanze ein erster Schritt für eine allgemeine Aussöhnung.
Shakespeares 37. und letztes Stück ist in seiner poetischen Verspieltheit, seiner Welterkundungslust, seiner Rohheit und zarten Melancholie auch ein Vermächtnis und ein Abschied eines der wohl größten Theatermenschen.
Gespielt wird der Sturm in einer am Burgtheater Wien gefeierten Fassung von Joachim Lux für drei Spielende, die jeweils noch andere Figuren verkörpern – und in der u.a. Joachim Meyerhoff mitwirkte.
Es spielen Johanna Engel, Christina Weiser - die in der nächsten Spielzeit vom Staatstheater Kassel fest ins Ensemble des Zimmertheaters wechselt - und Bernhard Hurm vom Theater Lindenhof.
Prospero/ Bernhard Hurm
Trincolo
Ariel/ Christina Weiser
Ferdinand/
Stefano
Caliban/ Johanna Engel
Miranda
Inszenierung: Thomas Bockelmann
Bühne: Birgit Angele/Sabine Böing
Kostüme: Ulrike Obermüller
Sounddesign: Jens Kilz
Dramaturgie: Dr. Stefan Tigges/Michael Volk
Choreografische und musikalische Mitarbeit: Olatz Arabaolaza und Jel Woschni
Technik: Alexander Schwab, Mike Michelius, Mia Zilk
Fotos: Patrick Gerstorfer
Video: Joachim Schmied
Verlag: Rowolht Theater Verlag
Dank an den Freundeskreis für die Finanzierung des Bühnenbilds.
Premiere 02. Mai 2026
Vorstellungen: 9./16./17./21. Mai; 4./13./25. Juni; 3./4./16./17./18. Juli
Jeweils um 20 Uhr, Einführung 19.30 Uhr
Zimmertheater im Löwen (Kornhausstraße 5)
Das sagt die Presse:
„Reutlinger Generalanzeiger, 04.05.2026, Burlesk-melancholischer »Sturm«
von Christoph Ströhle
„Eine Rutsche führt von oben hinein und beschert vor allem dem wirbelnden Ariel schwungvolle Auftritte. […] Die Kleidungswechsel (Kostüme: Ulrike Obermüller) […] sind minimal. Es ist vor allem ihr Spiel, das sich in der Verkörperung einer anderen Figur verändert. Da ist nicht nur die Körpersprache eine andere. Weiser spricht als Stefano plötzlich mit hessischem Akzent. Während Hurm, der als Prospero gerade noch Morgenluft gewittert hat, im nächsten Moment dem Prospero nach dem Leben trachtenden Hofnarren Trinculo einen schwäbischen Zungenschlag gibt. Weiser und Hurm füllen diese burlesken Rollen (und auch die ernsten) wunderbar aus und bringen das Premierenpublikum am Samstagabend zum Lachen. […] Shakespeare hat den Wechsel zwischen hohem Ton und derber Komödie virtuos beherrscht. »Der Sturm« gilt als sein Vermächtnis und Abschied als Dramatiker. […] Die Tübinger Inszenierung wird dem mit gedanklicher Substanz und überbordender Spielfreude gerecht. Die Produktion […] schafft es poetische Verspieltheit, Welterkundungslust, Rohheit und Melancholie – kunstvoll zu orchestrieren und damit gut zu unterhalten. […] Bei aller Straffung gut herausgearbeitet ist, dass Prospero als Regisseur seiner eigenen Vergangenheit und Zukunft fungiert. Und dass in ihm ein Mensch steckt, der die Ignoranz eines Kolonialisten gegenüber Ariel und vor allem dem von ihm versklavten Caliban an den Tag legt. Der dann auch die Schiffbrüchigen zum Aufstand gegen Prospero aufhetzt. Johanna Engel ist stark in dieser Rolle (und als Miranda)."
Schwäbisches Tagblatt; 04.05.2026; Prospero im Bademantel
von Peter Ertle
„Viel Essenz […] und schönes Schauspielertheater. […] Bernhard Hurm eignet sich für Prospero einmal durch die Parallele eines Schauspielers, der den Großteil seines Berufslebens hinter sich hat, vor allem aber durch die bei ihm immer schon vorhandene Kombination aus Zartheit und Chefauftritt. Mit großem Nuancenreichtum im Hin und Her aus Wollen und Zögern, Pausensetzen, Widerspiel aus Gestik und Wort, bis hin zu einem verneinenden Kopfschütteln, das mit einem schlussendlichen „Ja!“ eine unerwartete Wendung erfährt. Was die Differenziertheit der Seelenregungen angeht, hat Hurm seinen Gegenpart gefunden: Christina Weiser darf noch dazu in all ihren Rollen mit einem unübersehbaren Schuss ins komische Rollenfach glänzen. Als Ariel zieht sie ständig an zauberischen Fäden oder imaginären Saiten, besteht sie doch eher aus Wellen, Luftschlieren, Frequenzen. Bisweilen wirkt sie wie die Bühnenverkörperung einer animierten Figur. Als Stefano darf sie richtig erdig werden. Und die hin- und hergerissene, dann doch nicht zustande kommende Mordtat an Prospero könnte aus einem Buster Keaton stammen. […] Hier ging es hauptsächlich um Stückkomprimierung und Schauspielkunst. Beides gelungen.“
DER VENTILATOR ENTFESSELT. Shakespeares "Sturm" - in Tübingenl 4.5.2026
von Michel Laages (Kritiker u.a. für nachtkritik, Deutschlandfunk etc.)
„Ganz leichthin, ohne Tricks und Budenzauber, funktionieren im "Sturm" von Tübingen (wo ein Ventilator virtuos die Windmaschine spielt) die Verwandlungen; Johanna Engel (die als verwildertes Caliban-Wesen beginnt) muss nur den alten Hippie-Parka ablegen und ein Blumenkränzchen aufs Haupt zu setzen - schon ist sie Tochter Miranda. Christina Weiser, die zunächst als Ariel über eine Rutsche wie auf dem Spielplatz herunter "geweht" kommt in die ganz mit silberner Alufolie ausgeschlagene Bühne von Birgit Angele […], nimmt die Verwandlung hin zu Prinz Ferdinand ganz aus dem eigenen Körper; und auch als Zaubergeist Ariel formt sie die "Magie", die Luft in Musik verwandeln und die Inselwelt zum Klingen bringen kann, nur mit einer sanften Choreographie der Hände. Wenn sie sich später verwandelt in Suffkopf Stefano (und sich zum Attentat auf Inselherrscher Prospero ermächtigt), braucht sie dazu nur die Base-Cap und den sprachlichen Wechsel ins Hessische, das ihr biographisch am nächsten ist ...
Womit wir beim charmantesten Zauber des kurzen Abends sind - der kommt aus der Sprache persönlich. Denn Bernhard Hurm, Mitbegründer des freien Ensemble-Projektes "Theater Lindenhof" in Melchingen auf der Schwäbischen Alb und höchst bewährter Hölderlin-Spezialist, ist hier ein Prospero, der auch Dorf-Ältester in Burladingen oder sonstwo sein könnte. Das Rache-Gelüst des verratenen, verbannten Ex-Herrschers kommt hier im gar nicht herrscherlichen Bademantel daher (den ihm Ulrike Obermüller angezogen hat, Thomas Bockelmanns leitende Kostümbildnerin schon in Kassel); und dass sich bei Hurm Prosperos verständliche Rache final (und noch verständlicher) in Gnade und Vergebung wandelt, ja wandeln muss, ist das Selbstverständlichste von der Welt. […] Um Shakespeares "Sturm" in Tübingen zu sehen, wandert das Publikum übrigens zunächst in die Außenspielstätte vom "Zimmertheater": in den "Löwen", etwas weiter oben in der Altstadt, noch hinter Rathaus und Markt und gegenüber vom Stadtmuseum. "Im Löwen" war mal ein Kino und noch davor die Synagoge, für das Theater ist es -neben Gewölbe und "Zimmer"-Bühne- die dritte und (mit 99 Plätzen im ersten Obergeschoss des historischen Gebäudes) die größte Spielstätte. Der Beifall ist herzlich, das Publikum […] angenehm konzentriert bei der Sache. Bernhard Hurm (der "Lindenhof", dessen Mitgründer er war, erhielt ja gerade den Theaterpreis des Bundes) ist ein Theatermensch der allerfeinsten Volkstheater-Sorte, Johanna Engel ist ein Liebling des Publikums (sie spielt gerade auch "Prima Facie" von Suzie Miller), und auch Christina Weiser werden sie alle in Tübingen von nun an fest ins Theater-Herz schließen.“
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