MUTTERS COURAGE

Freitag, 02.10.2026 | Zimmertheater, Tübingen

Beginn: 20:00 Uhr

Preis: 20 Euro

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    George Tabori hatte ein feines Gespür für den Witz in einem Kontext des Grauens, für die absurde Pointe im Reich des Bösen. In Mutters Courage erzählt er die unmögliche Geschichte einer sechzigjährigen Jüdin, die 1944 in Budapest auf der Straße verhaftet und mit 4030 Anderen im Viehwagen nach Auschwitz deportiert wird. Und als Einzige überlebt. Die unmögliche Geschichte ist eine wahre Geschichte. Elsa Tabori hat sie erlebt. Ihr Sohn hat sie aufgeschrieben. Sie gehört seitdem zum festen Bestand einer oral history – natürlich nur für diejenigen unter uns, die glauben, dass man Geschichte nicht mal eben „hinter sich lassen“ kann. Was laut einer Umfrage schon 2015 81% der Deutschen in Bezug auf den Holocaust gerne täten. „Ist doch klar: die Deutschen werden uns Juden Auschwitz nie verzeihen“ so der israelische Psychoanalytiker Zwi Rex.
    Taboris Hommage an seine Mutter ist im weiteren Sinne eine Hommage an alle Mütter, deren Mut, Witz und Lebenswille ihren Kindern die Möglichkeit gaben, ihr eigenes Trauma zu bewältigen.

    „Dieses Feilschen um Formulierungen, das natürlich auch ein Verhandeln von Wahrheit ist, ist mit lakonischem Witz ausgearbeitet, dient aber vor allem dazu, das Entsetzen hinter der Geschichte erträglich zu machen. Wunderbar ist dieses Spiel der beiden – präzise, zart, berührend. Großer Applaus“.
    Anja Witzke, Theaterkritikerin

    Die Aufführung hat in den vergangenen 30 Jahren über 170 Vorstellungen – unter anderen in New York und in Los Angeles – erlebt.

    Inszenierung: Thomas Bockelmann
    Bühne: Pia Janssen
    Kostüme: Ursina Zürcher
    Musik: Erich Radke
    Dramaturgie: Michael Volk

    Elsa Tabori Sigrun Schneider-Kaethner
    Georg Tabori Thomas Bockelmann

    Stückeinführung immer 19:30 Uhr
    Veranstaltungsort: Zimmertheater Gewölbe, Bursagasse 16
    Stückdauer 65 Minuten, keine Pause

    Wiederaufnahme 17. September 2026; Premiere: 13. September 2025 um 20 Uhr,

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    DAS SAGT DIE PRESSE
    „Mit der Aufführung von Taboris Stück setzen Bockelmann und Schneider-Kaethner ein Zeichen. Dafür, dass man Geschichte nicht mal eben »hinter sich lassen kann«, wie manche sich das in Bezug auf den Holocaust wünschen. Taboris Stück legt den Finger in die Wunde.[...] Das Stück hat groteske und slapstickhafte Momente. Eine schwarze Komödie, die weder die Banalität noch das Grauen ausspart. Aber auch liebevolle Momente zwischen Mutter und Sohn Tabori zulässt. [...] von Sigrun Schneider-Kaethner und Thomas Bockelmann berührend gespielt. In einem dem Erzählten angemessenen Wechsel der Tonalität. Vom Publikum, nie vordergründig, Einfühlung und Haltung einfordernd. Eine stete Verfeinerung der Sensoren. Antennen für Menschlichkeit. Die Inszenierung lässt dem Publikum Raum, diese »oral history« auf sich wirken zu lassen. Ihr gelingt es, mit Würde das Schicksal derer zu vergegenwärtigen, die von den Nazis und ihren Schergen so würdelos behandelt werden. [...] Die zarten, aufwühlenden und grotesken Momente wirken am Premierenabend im mit Honoratioren gefüllten Zimmertheater lange nach.“
    Christoph Ströhle - Reutlinger General-Anzeiger

    „Thomas Bockelmann findet einen schönen Ton für die Taborische Milde [...] Tabori ist ein fabelhafter Erzähler und Dramatiker, das Stück transportiert viel Geschichtsstoff in Form eines erzählten Menschenlebens, beziehungsweise einer Episode daraus, ist in seiner Kernbotschaft kompromisslos, führt das Ringen und den Mut einer Frau vor, auch die Schuldgefühle einer Überlebenden. Und es lässt Fragen offen. Insofern eignet es sich für Diskussionen."
    Peter Ertle - Schwäbisches Tagblatt